Das Umfeld für ein Neugeborenes vorbereiten – Montessori-Stil

Preparing the Environment for a Newborn – Montessori Style

Das Zuhause auf das Baby abstimmen: Ein praktischer Leitfaden

Neun Monate lang wird die Umgebung Ihres ungeborenen Babys von der Natur für es vorbereitet. Aber sobald Ihr Kleines geboren ist, ist es unsere Aufgabe, seine zweite Umgebung vorzubereiten. Die gute Nachricht ist, dass es nicht kompliziert sein muss. In vielerlei Hinsicht ist weniger mehr.

Warum die Umgebung wichtig ist

Die erste Umgebung eines Kindes ist die Familie. Später kommen Schule und andere Institutionen hinzu. Wir hören oft, wie wichtig die Umgebung für die Entwicklung eines Kindes ist, und das stimmt – aber nur, wenn sie auf die wahren Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten ist.

Und es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Umgebung in erster Linie aus Menschen besteht. Sie sind der wichtigste Teil der Welt Ihres Babys. Die Möbel und Gegenstände kommen danach. Sie sind einfach Werkzeuge, die die Entwicklung Ihres Kindes unterstützen können.

Vier wichtige Punkte, die Sie beachten sollten

Bei der Vorbereitung eines Raumes für Ihr Neugeborenes hilft es, in vier Hauptbereichen zu denken: ein Schlafbereich, ein Bewegungsbereich, ein Wickelbereich und ein Fütterungsbereich.

Je nach Größe und Aufteilung Ihres Zuhauses können Sie diese Bereiche auf unterschiedliche Weise gestalten. Zum Beispiel kann der Wickelbereich im Badezimmer sein, während der Fütterungsbereich besser in Ihrem Schlafzimmer oder Wohnzimmer funktionieren könnte. Sie brauchen keinen großen Raum, um einen ruhigen, einladenden und kinderfreundlichen Bereich zu schaffen.

Schlafbereich

Maria Montessori empfahl, dass kleine Babys auf einer Matratze auf dem Boden schlafen, damit sie, sobald sie ausgeruht sind, leicht von selbst aufstehen können. Obwohl die meisten Babys heute in Gitterbetten schlafen, ist es eine schöne Idee, ein niedriges Bett zu wählen, wenn die Zeit für den Übergang gekommen ist.

Ein niedriges Bett ermöglicht es Ihrem Kleinkind, selbstständig ein- und auszusteigen. Es macht Stürze auch weniger dramatisch, was anfangs bei Kindern, die es gewohnt sind, in einem Gitterbett zu schlafen, passieren kann.

Fütterungsbereich

Gestalten Sie den Fütterungsbereich Ihres Babys entsprechend dem verfügbaren Platz. Wählen Sie einen bequemen Sessel, in dem Sie sich beim Stillen oder Fläschchengeben entspannt fühlen können. Sie könnten ein gerahmtes Naturbild an die Wand hängen – etwas, das Ihr Baby betrachten kann, wenn Sie es auf Ihre Schulter heben.

Es ist auch schön, ein kleines Regal in der Nähe zu haben, mit ein paar Büchern, die Sie in diesen frühen Tagen lesen können.

Wickelbereich

Eine Kommode eignet sich wunderbar im Wickelbereich. Sie ist praktisch für den Windelwechsel, da alles, was Sie brauchen, griffbereit aufbewahrt werden kann und Sie Ihr Baby nicht einmal für einen Moment allein lassen müssen.

Über der Kommode können Sie ein Regal für alle Babyutensilien anbringen. Später, wenn Ihr Kind etwa zweieinhalb Jahre alt ist, kann dieses Regal tiefer gehängt werden, damit es selbst daran reichen kann. Es kann dann zu einem Ort für seine kleinen Schätze werden – ein kleines Naturregal mit Kieselsteinen, Samen, getrockneten Blumen, kleinen Entdeckungen oder Lieblingsbüchern.

Neben der Kommode platzieren Sie einen kleinen Mülleimer und einen Wäschekorb für Kleidung oder Stoffwindeln.

Der Bewegungsbereich

Von Geburt an ist es wichtig, dass Ihr Baby Momente des ruhigen Wachseins hat, in denen es einfach die Welt um sich herum beobachten kann. Seine Aufmerksamkeit kann auf seinen Händen, einem hängenden Mobile oder seinem Spiegelbild ruhen. Ziel ist es, gerade genug anzubieten, worauf es sich konzentrieren kann.

Für Montessori sind Konzentration und Wille das Herzstück der kindlichen Entwicklung. Deshalb ist es so wertvoll, einen Raum vorzubereiten, in dem ein Baby eine Zeit lang zufrieden allein sein kann – ein Ort, der Neugier, Entdeckung und frühe kreative Erfahrungen einlädt.

In den ersten Monaten kann dieser Bereich eine Bodenmatratze getrennt von der Schlafmatratze, einen Spiegel und Montessori-Mobiles umfassen. Sie könnten auch ein niedriges Regal mit Körben hinzufügen, die ein paar einfache Gegenstände zum Beobachten, Anfassen und Erkunden enthalten, sowie ein paar gerahmte Bilder, vielleicht sogar kleine Kunstdrucke.

Halten Sie die Wände größtenteils kahl, abgesehen von einem gerahmten Landschaftsbild, das auf Augenhöhe des Kindes hängt. Eine grüne Pflanze in der Ecke kann auch Wärme und Leben spenden. Ein einfacher Raum wirkt oft friedlicher.

Versuchen Sie, den Raum nicht mit zu vielen Spielsachen oder Gegenständen zu überladen, da dies das Kind ablenken und seine Aufmerksamkeit zerstreuen kann. In einer Umgebung, die sowohl Unterstützung als auch sanfte Herausforderung bietet, kann ein Baby natürlich sein volles Potenzial entfalten. Und wenn ein Kind sich konzentriert, ist es wichtig, es nicht zu unterbrechen.

Noch ein paar Tipps

Bei der Auswahl von Spielzeug sollten Sie bedenken, dass nicht alles, was für Babys verkauft wird, wirklich ihren Bedürfnissen entspricht. Suchen Sie nach einfachen Gegenständen, die die Bewegung und Koordination, insbesondere die Handbewegung, fördern.

Übersehen Sie auch nicht die Dinge, die Sie bereits zu Hause haben. Manchmal sind die bedeutungsvollsten Gegenstände die einfachsten, solange sie sicher und altersgerecht für Ihr Kind sind.

Die Umgebung muss nicht teuer oder perfekt sein. Am wichtigsten ist, dass sie durchdacht, ruhig und mit Liebe vorbereitet ist.